Masterplan Wasser Niedersachsen
Der "Masterplan Wasser – Lebensgrundlagen schützen" (Download) ist ein Entwurf, der vom niedersächsischen Umweltminister Christian Meyer wenige Tage nach dem Fachkonzept Biber vorgestellt wurde. Er verfolgt drei Kernziele: nachhaltiges Wassermanagement durch sparsame Nutzung und Wiederverwendung, Schutz vor Wasser durch Wasserrückhalt in der Fläche und Hochwasserschutz sowie Schadstoffreduzierung durch verbesserte Wasserqualität. Angesichts des Klimawandels sollen Maßnahmen wie die Renaturierung von Gewässern, die Entsiegelung von Flächen und die Stärkung der Grundwasserneubildung die Wasservorräte sichern und das Wasser für Mensch, Natur und Wirtschaft langfristig erhalten.
Als wasserfachliches und strategisches Instrument wird dort unter der Nr. 23 auch der Biber erwähnt; denn: "Biber können als wertvoller Partner ökologische und kosteneffiziente Alternative zu technischen Lösungen agieren, gleichzeitig erfordern ihre Aktivitäten ein ausgewogenes Management, um mögliche Konflikte mit menschlichen Interessen zu minimieren."
Weiter heißt es: "Als Ökosystemingenieur können die Leistungen zur Umgestaltung der Landschaft als integrative Lösung zur
Gewässerentwicklung und Wasserrückhalt gesehen werden. Eine naturbasierte Lösung mit dem Biber als Partner ist oft kostengünstiger."
Zuständig für die Umsetzung der Maßnahmen zur Auenentwicklung, zu denen auch die Nr 23 gehört, ist das Kompetenzzentrums für die Entwicklung Niedersächsischer Gewässerlandschaften (KEG). Interessanterweise wird es im Fachkonzept Biber, das eigentlich alle relevanten Akteure des Bibermanagements aufführt, nicht genannt. Wie groß die Aufgabe ist, die das KEG zu bewältigen hat, zeigt sich daran, dass lediglich drei Prozent der niedersächsischen Gewässer im geforderten „guten ökologischen Zustand“ nach den Vorgaben der WRRL sind.
Für das Jahr 2025 stehen gemäß einer Pressemitteilung des Umweltminsteriums vom 10.4.2025 (Link) in Niedersachsen "22 Millionen Euro für die "naturnahe Entwicklung der Oberflächengewässer“ (NEOG) zur Verfügung. Geplant sind damit 92 Vorhaben unter anderem an der Hase, Bückeburger Aue, Oker, Wagenfelder Aue, Aller, Seeve, Este und Hunte. .... Für den Erwerb von Flächen laufender und geplanter Vorhaben sind für 2025 rund 2,6 Millionen Euro vorgesehen." Ein vordergründig hoch erscheinender Betrag, der sich aber relativ schnell relativiert, wenn man sich die 100 Millionen Euro vor Augen hält, die der Masterplan für Investitionen in den Bau von Speicherbecken für Beregnungszwecke und für die Förderung einer wassersparenden Infrastruktur in der Landwirtschaft vorsieht. - Honi soit qui mal y pense!